PlayStation Vita
Die PS Vita und der Smartphone-Vergleich
Veröffentlicht am 03.05.2012 von Vitacult.de
Sonys PS Vita ist auf dem Markt und während sich die Verkaufszahlen zuletzt normalisiert haben, muss sich Sony nun um eine weitaus unangenehmere Angelegenheit kümmern: Die Vergleiche mit den Smartphones.
Wenn ein neuer Handheld veröffentlicht wird, ist im Vorfeld immer große Euphorie angesagt. Jeder will wissen, was das Gerät kann und wo es seinen Platz bei den Spielern findet. Nintendo und Sony sind in dieser Sparte die Hauptkonkurrenten – und auch wieder nicht. Denn Nintendos Zielgruppe ist hauptsächlich bei den jüngeren Spielern zu entdecken. Beim Sony-Handheld sind es die Hardcore-Gamer. Die PSP war der Vorreiter einer durchaus erfolgreichen Ära. Zwar hat man die Nintendo-Konkurrenz nicht hinter sich lassen können, aber die PSP konnte sich in der Liste der ewigen Hardware-Verkäufe einen Platz in den Top-10 noch vor der Xbox 360 und dem hauseigenen Produkt PS3 sichern.
Jetzt gibt es eine neue Handheld-Generation. Mit dem PSP-Nachfolger, der PS Vita, will Sony nun eine neue Epoche einläuten. Sony vereint auf seinem neuen Gerät Smartphone-Features mit den bewährten Funktionen einer Spielekonsole. Doch dieser eigentlich als Vorteil gedachte Mehrwert wird der Vita nun sogar zum Nachteil ausgelegt.
Wenn Medien Vergleiche stellen…

„Totgeburt oder Smartphone-Killer?“ fragt das Manager-Magazin und deckt so ein Ultimatum auf, dass sich durch die Medienwelt zieht. Momentan scheint es nur diesen Vergleich zu geben. Ein Vergleich, den Sony selbst vielleicht sogar unterschätzt hat. Während man anfangs mit der charmanten Position als Smartphone-Killer vorliebgenommen hat, wird es nun eher belastend, denn vor allem der Preis lässt die Vita schlechter aussehen. Was vorwiegend an den Preisen der Spiele liegt, denn die Hardware der PS Vita steht in Sachen Steuerung und Grafik weit über den Smartphones. Für Hardcore-Gamer stellt sich diese Frage also nicht. Wir sprechen hier jedoch von einem Vergleich, den die Medien der Vita aufgedrückt haben. Während Sony seinen neuen Handheld (wohlwissend) vor allem anderen immer als Spielekonsole ausgegeben hat, bleibt der Schatten der weitaus günstigeren Smartphone-Angebote.
Falsch kommuniziert?
Fehler in der Kommunikation? Hat Sony es versäumt zu verdeutlichen, dass die PS Vita eben kein Android-Betriebssystem hat und seine Spiele auch nicht für 0,79 Cent im Apple Store anbietet? Denn genau diese Vergleiche ziehen die Konsole jetzt stark in Mitleidenschaft. Zu Unrecht, doch leider hat der Endkonsument relativ wenige Informationen von Sony selbst an die Hand bekommen. Werbung wurde eher zu Image-Prägung veröffentlicht. Was der Kunde da für ein tolles Gerät eigentlich kauft, konnte er nur über die Pressevertreter erfahren und damit ging auch der streckenweise falsch angesetzte Vergleich mit den Smartphones einher.

Spiele, die als Vollpreistitel verkauft werden, stehen momentan besonders unter Beobachtung. Warum fast 50,- € für einen Handheld-Titel ausgeben? Oder über 10,- €, wenn ich das gleiche Game für mein Smartphone haben kann? Aber genau hier beginnt der Denkfehler und vielleicht auch die Kommunikationsschwäche von Sony. Der Umfang vieler Spiele rechtfertigt durchaus einen Preis, die über der App-Norm liegt. Ein „Uncharted: Golden Abyss“ oder „Rayman: Origins“ ist technisch wie auch vom Umfang nicht mit normalen Apps vergleichbar. Doch auch wir stehen bei einem Preis von 50,- € für einen AAA-Titel durchaus skeptisch gegenüber. Die bereits ausgeführten Preisanpassungen sind in dieser Hinsicht mehr als sinnvoll.
Der Spieler sieht in erster Linie das Offensichtliche und das ist beispielsweise ein „Plants vs. Zombies“, das für die Vita 11,25 € kostet und in der App-Version zwischen 2,39 € und 5,49 €. Die inhaltlichen Unterschiede sind in diesem Fall eher minimal. Und genau hier entsteht die Unverhältnismäßigkeit, die von den Spielern auch auf die anderen Titel übertragen wird und den Verantwortlichen anzukreiden ist. Denn nicht jeder große Name hat auf der Vita auch mehr Inhalt. Umgekehrt läuft es dagegen bei einem „FIFA Football“. Während der Spieler auf der PS Vita für (anfangs 49,99 €) jetzt ca. 34,99 € ein technisch wie grafisch vollwertiges und umfangreiches Fußballspiel bekommt, ist ein „FIFA 12“ auf dem Smartphone oder iPad eher Mittelmaß für 6,99 €.
Der beste Handheld auf dem Markt
Im Idealfall wäre Sony eine Sichtweise in dieser Richtung vielleicht lieber: Eine App ist Fastfood für zwischendurch, das den Spielehunger nur kurz stillt - ein Vita-Game ist eher mit einem Mehrgängemenü vergleichbar. Die Verkaufszahlen werden dabei die wichtigste Rolle spielen, denn nur so wird es auch weiterhin gutes Futter für die PS Vita geben. Ihre Fähigkeiten sind jedenfalls unbestritten und für mobile Hardcore-Zocker ist die Vita ein kleines Eldorado. Wenn Sony dieses Preisleistungsverhältnis wie im Falle von „FIFA Football“, „Uncharted: Golden Abyss“, „Rayman: Origins“ oder im Juni mit „Resistance: Burning Skies“ weiter ausbauen kann, könnte auch die Kommunikation nach außen besser funktionieren und den Vergleich mit den Smartphones in den Hintergrund drängen. Abschließend kann man sagen: Die PS Vita wollte nie ein Smartphone-Killer sein, aber sie ist der beste Handheld auf dem Markt.